Neurodermitis und mögliche Auswirkungen auf deine Psyche

Die Wechselwirkung zwischen Haut und Seele

23.08.2022
Lesedauer: 4 Min.

Dass Neurodermitis zum einen genetisch bedingt, zum anderen auch durch verschiedene äußere Faktoren wie Allergien, Klimawechsel oder Ernährung getriggert wird, ist allgemein bekannt. Bei der Behandlung dieser chronisch entzündlichen Hautkrankheit solltest du jedoch einem weiteren, sehr wichtigen Faktor deine Aufmerksamkeit schenken: deiner mentalen Gesundheit. Mit diesem Artikel möchten wir dem Thema besondere Beachtung schenken, Verständnis für Ursachen und Auswirkungen der Krankheit auf die Psyche schaffen und dir helfen, mit der seelischen Belastung besser umzugehen.

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Wie sind Haut und Psyche miteinander verbunden?

Unsere Gefühle, positiv wie auch negativ, können sich über unsere Haut äußern. Ob Gänsehaut bei Angst oder Wangenglühen bei Aufregung – das größte menschliche Organ fungiert hier quasi als eine Art Sprachrohr für unser Empfinden und zeigt deutlich: Haut und Psyche sind eng miteinander verbunden. Vielleicht hast du bei der Beobachtung deiner Neurodermitis-Trigger bereits festgestellt, wie sich deine Gefühlswelt auf dein Hautbild auswirkt. Stress ist als Neurodermitis-Trigger bekannt. Dem Thema Stress haben wir uns bereits hier gewidmet. Doch auch positive Stimmmungen wie Aufregung oder Vorfreude können neue Schübe auslösen. Diese Erkenntnis macht den Umgang mit der tückischen Hautkrankheit für die Betroffenen umso schwerer und hat immense Auswirkungen auf ihre Lebensqualität. Emotionsbedingte, scheinbar unkontrollierbare Neurodermitis-Schübe können dich belasten und stressen. Die daraus resultierende Erkenntnis über den Kontrollverlust der Krankheit sowie die Angst vor Reaktionen aus deinem Umfeld verstärken wiederum die Symptome oder fordern neue Schübe heraus. Es ist ein psychischer Teufelskreis und diesen gilt es zu durchbrechen.

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Setze dich und deine Haut nicht unter Druck

Dieser Satz ist oft leichter gesagt als getan. Deine Psyche kann Neurodermitis beeinflussen und umgekehrt. Eine schwierige Situation für alle Betroffenen. Nicht selten führt dieser Druck und die Hilflosigkeit über die Erkenntnis, die Krankheit nicht kontrollieren zu können, zu Depressionen, Angstzuständen und sozialen Einschränkungen. Vielleicht fühltest du dich auch schon unangenehmen Blicken ausgesetzt oder hast sogar negative Bemerkungen erhalten? Solche Erfahrungen kratzen am Selbstbewusstsein und können durchaus prägend sein. Auch Tina berichtet in unserem Interview von negativen Erfahrungen im Alltag, von ihrem Unwohlsein und wie sie gelernt hat, mit ihrer Neurodermitis im sozialen Umfeld umzugehen.  

Deine mentale Gesundheit ist ein wichtiger Faktor bei der Behandlung von Neurodermitis und bedarf besonderer Aufmerksamkeit. 

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Suche dir etwas, was dir gut tut und dir bei deinem allgemeinen Wohlbefinden hilft. Das können ganz individuelle Interessen und Hobbies sein, vielleicht sogar verbunden mit Erfolgserlebnissen, die dein Selbstbewusstsein stärken. Erlaubt ist, was DIR gut tut. Eine erste Hilfe für mehr Wohlbefinden kann auch sein, dich genau über den Zustand deiner Haut zu informieren, um dann mit einer entsprechenden Pflege handeln zu können.

Mit unserem Hauttest findest du heraus, in welcher Phase sich deine Neurodermitis gerade befindet und du bekommst Anregungen, was dir jetzt helfen könnte. Zusätzlich findest du ausführliche Infos in unserer Rubrik „Behandeln“ darüber, was bei der Behandlung von Neurodermitis noch berücksichtigt werden sollte, um die Hautkrankheit bestmöglich im Griff zu haben. 

Entspannungstechniken oder Yoga tragen zu mehr Gelassen- und Ausgeglichenheit bei und können dir helfen, sowohl den gedanklichen Teufelskreis zu durchbrechen und innere Spannungen abzubauen als auch negativen Reaktionen mit mehr (Selbst-)Sicherheit entgegenzutreten. Ein positives Mindset ist grundsätzlich im Umgang mit allen Hautkrankheiten sehr hilfreich. Doch das kommt nicht von allein. 

Hole dir Hilfe

Wenn du bemerkst, dass dich deine Neurodermitis im Alltag immer mehr einschränkt und dich beherrscht, zögere nicht, dir professionelle Hilfe zu holen! Sei dir dabei immer bewusst: Du bist nicht allein! Es gibt viele Maßnahmen, die dir oder betroffenen Menschen in deinem Umfeld helfen können, zum Beispiel offizielle Selbsthilfegruppen, der Austausch über soziale Netzwerke oder eine Psychotherapie. In einer Therapie lernst du unter anderem kognitives Umdenken, das dir zu mehr Gelassenheit verhilft. Außerdem übst du dich im Stressmanagement und lernst Praktiken, die dein Selbstwertgefühl stärken. Die Psyche hat immense Auswirkungen auf deine Neurodermitis und umgekehrt. Das macht den Umgang mit ihr nicht leicht und kann nicht selten zu ernstzunehmenden psychischen Erkrankungen führen. Niemand ist davor gefeit, aber es sollte und muss auch niemand allein mit diesen Problemen bleiben. 

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