Neurodermitis am Fuß: werde aktiv

Wie du Juckreiz und Rissen effektiv entgegenwirkst

31.05.2021
Lesedauer: 4 Min.

Lässt Neurodermitis Fuß und Fußsohlen gerötet und schuppig aussehen? Fürchtest du im Sommer die Zeit der offenen Schuhe und die irritierten Blicke – und im Winter Heizungsluft sowie geschlossenen Schuhe, die den Juckreiz verstärken. Womöglich fühlst du dich oft eingeschränkt: Deine Füße sind in so vielen Situationen empfindlicher als die der anderen. Beim Schwimmen reizt das Poolwasser, beim Wandern verschlimmert das feste Schuhwerk deine Hautprobleme. Zum Glück gibt es da aber auch die Zeiten, in denen du fast symptomlos bist. Erfahre hier, wie du mit deinem Verhalten und Pflegeroutinen diese Phasen verlängern kannst – und was beim Umgang mit deiner Neurodermitis am Fuß wirklich zählt.

Ursachen und Anzeichen von Neurodermitis am Fuß

Wenn die Neurodermitis deine Füße betrifft, begleitet dich der starke Juckreiz in akuten Phasen auf Schritt und Tritt. Die Ursache dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung, die auch atopisches Ekzem genannt wird, sind noch nicht umfassend erforscht. Sie verläuft in Schüben und gilt als nicht heilbar. Immerhin wirst du aber zwischen den entzündlichen Intervallen kaum Symptome haben. Ein genetisch bedingter Defekt der Hautbarriere ist dafür verantwortlich, dass deine Haut grundsätzlich trocken und besonders anfällig für Infektionen und Irritationen ist. Schweiß, Stress, starke Temperaturschwankungen und Allergene können den nächsten Schub auslösen. Betroffen sind häufig der Fußrücken, die Fußsohlen und die Zwischenräume der Zehen. Wenn du die Diagnose noch nicht hast, aber folgende Anzeichen an deinen Füßen beobachtest, solltest du dich ärztlich beraten lassen und dich in Behandlung begeben: 

  • Stark juckende, gerötete und schuppende Hautstellen
  • Nässende Ekzeme
  • Bläschen- und Krustenbildung
  • Schmerzhafte Risse an der Fußsohle

Gut zu wissen: Neurodermitis an den Füßen ist leicht zu verwechseln mit Fußpilz, muss aber ganz anders behandelt werden. Ziehe also lieber einen Arzt zu Rate, wenn du dir über Erkrankung und Behandlung unsicher bist.

Pflege bei Neurodermitis an den Füßen

Betrifft die Neurodermitis Fuß, Fußgelenke und Fußsohlen, solltest du die trockene Haut diszipliniert pflegen. Denn so kannst du der geschädigten Hautbarriere helfen, Keime abzuwehren und die Feuchtigkeit besser zu halten. Wenn du täglich cremst, kann das auch deinen Juckreiz mildern. Hier ein paar Tipps für dich, mit welchen Pflegemaßnahmen und -produkten du deinen Füßen Gutes tun kannst.

Grafik, die aufzeigt, wie mit Wasser, schwarzem Tee und Meersalz ein Fußbad hergestellt werden kann

1. Regenerierende Reinigung: Fußbäder

  • in klarem Wasser: Löst die Schuppen deiner Ekzeme von der Haut und verbessert so die Hygiene – an den Schuppen können sich nämlich Bakterien sammeln.
  • mit rückfettendem Badezusatz: Nach dem schuppenlösenden Bad in klarem Wasser nährt der pflegende Badezusatz die Haut.
  • mit schwarzem Tee oder Eichenrindenextrakt: Beide Varianten enthalten Gerbstoffe. Sie lindern Juckreiz und wirken entzündungshemmend, aber auch austrocknend. Daher gilt: Anschließend die Creme besonders großzügig (als Maske mit Spa-Baumwollsocke) verwenden.
  • mit Meersalz: Meerwasserbadesalz hilft deiner Haut zu regenerieren – beschränke diese Behandlung jedoch auf schubfreie Zeiten, da das Salz offene Stellen schmerzen lässt.

Gut zu wissen: Verzichte auf Badezusätze mit ätherischen Ölen. Sie können Allergien auslösen und deinen Hautzustand verschlechtern.

2. Abtrocknen: sanft und gründlich

Trockne deine Füße anschließend vorsichtig und gewissenhaft ab – besonders zwischen den Zehen, damit dir Fußpilz erspart bleibt. Verwende ein weiches Handtuch und sei liebevoll zu deiner Haut. Sie darf ruhig noch feucht sein, wenn du sie eincremst: So bindet das Pflegeprodukt das Wasser in der Haut. Creme deine Füße großzügig mit deiner Basispflege für Neurodermitis ein.

3. Pflegemaßnahme: Creme für Neurodermitis an Füßen

In Ruhephasen: hochverträgliche Basispflege mit hohem Fettanteil ohne reizende Zusätze – dafür mit feuchtigkeitsspendenden und beruhigenden Inhaltsstoffen wie diesen: 

  • hautberuhigendes Thermalwasser
  • Glycerin
  • Panthenol
  • Urea

In akuten Phasen: Ärztlich verschriebene Präparate, eventuell ist die Behandlung mit cortisonhaltigen Cremes nötig – als Ergänzung immer deine Basispflege verwenden.

Tipp: Wenn du zu Hornhaut neigst, können auch hier Urea-haltige Cremes helfen, denn sie haben einen keratolytischen Effekt. Das bedeutet, dass sie die Hornhaut schonend ablösen können. Benutze solche Cremes aber nur, wenn deine Hornhaut intakt ist und keine offenen oder rissigen Stellen aufweist. Andernfalls rücke deiner Hornhaut lieber nicht in Eigenregie zu Leibe. Insbesondere die mechanische Belastung durch Bimsstein oder gar Metallreiben kann deiner Haut massiv schaden. Überlasse die Hornhautreduktion den Profis der medizinischen Fußpflege. Sie sind für den Umgang mit Neurodermitis am Fuß geschult. 

Wie komme ich mit Neurodermitis am Fuß gut durchs Jahr?

Dieses Geräusch, wenn du dich anziehst und der Stoff über die rissigen Stellen an deinem Fuß streift. Dieses unnachgiebige Jucken, das dich im Alltag durch Schuhe und Socken hindurch quält. Neurodermitis am Fuß ist belastend und jede Jahreszeit bringt ihre eigenen Herausforderungen mit. Lass uns schauen, wie du im Sommer und im Winter – unterwegs und zu Hause – ein angenehmes Klima für deine Füße schaffen kannst.

1. Hautfreundliche Umgebung für Neurodermitis-Füße

  • fein gewebte Socken ohne Nähte aus hautfreundlicher und atmungsaktiver Baumwolle oder spezielle (Wander-)Socken mit Silberfäden und antibakteriellem Effekt für Neurodermitis-Betroffene
  • haltgebende, aber nicht zu eng sitzende Schuhe
  • atmungsaktive und feuchtigkeitsregulierende Schuhmaterialien wie Textil oder Leder – innen und außen
  • keine Absatzschuhe, da der veränderte Schwerpunkt deines Fußes Druckstellen erzeugen kann

2. Neurodermitis am Fuß im Sommer

Obwohl du den Sommer liebst, fürchtest du ihn auch. Endlich offene Schuhe tragen – aber eben auch den freien Blick auf deine Neurodermitis an den Füßen ertragen. An milden Tagen sind leichte, locker sitzende und fein gewebte Baumwollsocken eine gute Wahl. Vermeide es, in Ballerinas oder Sneakers ohne Socken zu laufen: Es gibt Baumwoll-Füßlinge, die unsichtbar bleiben. Eine Textilschicht zwischen Haut und Schuh ist deswegen so wichtig, weil sie Schweiß aufnimmt und die Reibung reduziert. Zehentrenner sind keine gute Idee: Der Riemen zwischen den Zehen belastet die ohnehin schon trockene Haut mechanisch. Schlüpfe lieber in Loafer oder Espadrilles. 

Gut zu wissen: Barfuß zu laufen gilt als gesund, allerdings nur bei intakter Hautbarriere. Bei Neurodermitis an den Füßen können dabei nämlich Krankheitserreger in die Haut eindringen. Auch zu Hause solltest du daher auf weichen Socken oder in offenen Riemenhausschuhen laufen.

Füße in Socken

3. Neurodermitis an den Füßen im Winter

Im Winter ist deine Neurodermitis-Haut vor Blicken geschützt, dafür aber auch gereizter von Heizungsluft und Stauwärme in geschlossenen Schuhen. Wähle daher weiche Socken aus fein gewebter Baumwolle, keine Wolle. Wenn du an kalten Tagen deine Füße im Schuh wärmen möchtest, schafft eine Lammwolleinlage ein natürlich atmungsaktives Klima. Meide auch bei nassem Wetter Kunstleder und Gummistiefel: Diese Materialien können einen Hitzestau verursachen und Schweiß nicht abgeben. Zu Hause solltest du auf sehr warme geschlossene Hüttenschuhe oder Bettschuhe auch lieber verzichten.

Gut zu wissen: Wenn du einen sogenannten atopischen Winterfuß hast, brauchst du eine fettreiche Basispflege – und Geduld bei der Behandlung. Die akute Form der Neurodermitis an den Fußsohlen kann schmerzhaft sein: Hier treten Risse auf, die auch bluten können und dir vielleicht sogar das Laufen erschweren. In extremen Fällen sind auch die Zehenzwischenräume betroffen.

4. Strategien gegen Juckreiz ohne Kratzen

  • Relaxe mit Yoga, autogenem Training oder anderen Entspannungstechniken
  • Verwende eine Kühlkompresse gegen den Juckreiz
  • Bewege unterwegs im Schuh deine Füße und Zehen und übe sanften Druck auf die juckenden Stellen aus 

Fazit: Bei Neurodermitis am Fuß helfen Umsicht und Pflege

Wenn deine Neurodermitis deine Füße betrifft, fühlst du dich möglicherweise im Alltag beeinträchtigt – denn in akuten Phasen lastet jeder Meter Wegstrecke auf deiner Haut. Wählst du Socken, Schuhe und Pflegeprodukte mit Bedacht aus, kannst du den Juckreiz lindern und vielleicht sogar deine schubfreien Intervalle verlängern.

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