Neurodermitis an der Hand: cremen!

Gepflegt bis in die Fingerspitzen, juckt deine Haut weniger

31.05.2021
Lesedauer: 4 Min.

Betrifft deine Neurodermitis Hand und Handgelenke? Dann kennst du sicher das Gefühl, die schuppigen und oft geröteten Stellen unter langen Ärmeln verbergen zu wollen. Jemandem formell die Hand zu geben, kann dich ganz schön in Verlegenheit bringen. Wenn du nicht deine eigene Reinigung und Pflege dabei hast, rächt sich das Händewaschen unterwegs oder zu Besuch bei Freunden: Deine Haut reagiert sofort, wenn du ein Produkt nicht verträgst. Vielleicht hast du schon rausgefunden, was dir und deinen Händen gut tut – oder du bist noch dabei. Du kannst die Neurodermitis an den Händen nicht einfach wegpflegen, aber die passenden Produkte und Strategien können dir helfen, mit deiner Erkrankung umzugehen und die schubfreien Zeiten zu verlängern. Wir nehmen dich auf deinem Weg gern an die Hand.

Was ist Neurodermitis an den Händen?

Neurodermitis an den Händen ist eine entzündliche Hauterkrankung, die auch an verschiedenen anderen Körperstellen auftreten kann. Du hast sehr trockene Haut. Schubweise wirst du an den betroffenen Partien mit entzündlichen Veränderungen und starkem Juckreiz als lästige Symptome konfrontiert. Die Veranlagung hast du in den Genen. Sie wurde dir vererbt. Das chronische Handekzem ist nicht heilbar, aber du wirst beobachten, dass die Haut immer mal wieder zur Ruhe kommt, bis Rötungen und Entzündungen wieder aufflammen. Dann kommt auch der Juckreiz, der wirklich quälend sein kann. 

Hände mit Neurodermitis

Wie sieht Neurodermitis an den Händen aus?

Betrifft deine Neurodermitis Hände und Handgelenke, kann die Haut dort rissig und schuppig aussehen. Lösen bestimmte Trigger einen Neurodermitis-Schub aus, zeigen sich rote Stellen. Wenn du kratzt, können sich Krusten bilden. Am Handrücken und an den Fingergelenken ist die Hauterkrankung besonders auffällig, aber auch an den Handinnenflächen zeugen vertiefte Hautrillen, schuppige Haut oder Rillen an den Fingerkuppen von deiner Erkrankung. Selbst die Fingerzwischenräume können betroffen sein.

Gut zu wissen: Kratzen verschlechtert den Hautzustand. Kneifen, klopfen, kneten oder kühlen sind weniger belastende Alternativen, um den Juckreiz zu lindern. Versuche mal ein leicht gekühlte Creme!

Wie entsteht Neurodermitis an den Händen?

Dass Neurodermitis Hände und Handgelenke betrifft, ist nicht ungewöhnlich. Unsere Hände kommen im Alltag häufiger als jedes andere Körperteil mit verschiedenen Stoffen in Kontakt. Viele von ihnen reizen die Haut. Die Auslöser einer Hautreaktion heißen Trigger. Welche das bei dir sind, ist individuell. Auf diese eigentlich harmlosen Stoffe, die beispielsweise aus Kosmetika, Putz- und Spülmitteln stammen, zeigt dein Immunsystem eine überempfindliche Reaktion. Ein ärztlich durchgeführter Allergietest kann dir teilweise Aufschluss über den Auslöser deines atopischen Ekzems an der Hand geben. Viel wichtiger ist jedoch, dass du deine Haut aufmerksam beobachtest. Denn wenn du weißt, welche Trigger deine Schübe auslösen, kannst du diese besser meiden. Hier einige Beispiele:

  • Seifen, Handpflegeprodukte und Kosmetika mit reizenden Zusätzen wie Duftstoffen
  • Mechanische Faktoren (die Arbeit mit Papier kann deine Haut zusätzlich austrocknen)
  • Auch vermeintlich schützende Produkte wie Gummihandschuhe können für Neurodermitis-Hände zum Problem werden, weil der Schweiß darunter die Haut reizt: Trage saugfähige Baumwollhandschuhe als Schutz unter Latex- oder Vinylhandschuhen

Gut zu wissen: Auch wenn du beruflich mit potenziellen Allergenen zu tun hast, kannst du ein Ekzem entwickeln. Bei so mancher Berufsdermatose geht an einer Umschulung kein Weg vorbei. 

Welche Pflege ist die richtige bei Neurodermitis an den Händen?

Für Menschen mit Neurodermitis an den Händen ist die richtige Handhygiene von großer Bedeutung. Die beginnt schon mit der Reinigung. Verwende eine rückfettende oder milde Seife mit neutralem pH-Wert und wasche deine Hände mit lauwarmem Wasser. Übrigens ist der Begriff „sensitiv“ nicht geschützt. Achte daher eher auf rückfettende Eigenschaften. Verwende direkt nach jedem (behutsamen) Abtrocknen eine Handcreme auf der noch feuchten Haut. Sie sorgt dafür, dass das Wasser zusätzlich in der trockenen Haut zurückgehalten wird.

 Gut zu wissen: Wenn es aus Hygienegründen erforderlich ist, dass du deine Hände häufig wäschst, kann dir eine Barriere-Creme helfen. Diese hält mehrmaligem Händewaschen stand und schützt so deine empfindliche Haut. Greife als Alternative außerdem immer mal wieder zu alkoholbasierten Desinfektionsmitteln. Sie belasten die Haut Studien zufolge weniger als das Waschen mit Wasser und Seife.

Neurodermitis-Hand wird eingecremt

Welche Art von Creme hilft, wenn Neurodermitis Hand und Handgelenke betrifft?

Eine feuchtigkeitsspendende Basispflege solltest du auch dann anwenden, wenn deine Neurodermitis nicht akut ist – und bei entzündlichen Veränderungen zusätzlich zu den ärztlich verschriebenen Präparaten. Sie sollte frei von reizenden Zusätzen, beruhigend und in akuten Phasen schmerzlindernd sein. Vor dem Einschlafen kannst du die Creme großzügiger auftragen und unter einem Baumwollhandschuh einwirken lassen – so pflegst du deine Haut über Nacht intensiv.

Vorsicht bei Naturkosmetik: Wenn du unter Neurodermitis an den Händen oder Allergien leidest, können Naturkosmetika weitere Hautreaktionen auslösen und deine Symptome verschlimmern. Einige Inhaltsstoffe bergen laut Deutschem Allergie- und Asthmabund (DAAB) ein besonders hohes Allergiepotenzial, dazu gehören:

  • Ätherische Öle
  • Wollwachsalkohole und Wollwachs (Lanolin)
  • Propolis (Bienenwachs)

Atopisches Ekzem an der Hand: wann ist eine ärztliche Behandlung nötig?

Sobald ein akuter Schub mit starkem Juckreiz auftritt, ist ärztlicher Rat gefragt. Die Deutsche Gesellschaft für Dermatologie (DDG) empfiehlt die Behandlung nach folgendem Stufenschema: Wenn die Haut akut entzündlich ist, werden dir in leichten Fällen wirkstoffhaltige Salben verschrieben, bei einer mittelschweren bis schweren Ausprägung des Handekzems zusätzlich cortisonhaltige Präparate. Leidest du unter einem chronischen Handekzem, werden die Maßnahmen mit einer systemischen Therapie ergänzt, die das Immunsystem beeinflussen soll. 

Was kann man gegen Neurodermitis an den Händen tun?

Bisher haben wir uns zusammen auf die Reinigung und Pflege deiner Hände konzentriert. Lass uns auch deinen Lebensstil checken, mit dem du deine Erkrankung und Symptome wie trockene Haut und Juckreiz positiv beeinflussen kannst.

  1. Positive innere Haltung: Bei vielen Erkrankungen wirkt sich ein positives Selbstbild förderlich aus. Nimm deine Erkrankung an, stehe zu deiner veränderten Haut, verurteile dich nicht selbst.
  2. Gesunde Ernährung: Stelle deinen Speiseplan bewusst zusammen und streiche entzündungsfördernde Lebensmittel wie Weißmehlprodukte und Süßes. Viel (grünes) Gemüse und naturbelassene Lebensmittel unterstützen eine gesunde Lebensweise.
  3. Entspannungsübungen: Stress zählt zu den Triggern von Neurodermitis. Baue daher jeden Tag kleine Auszeiten in deinen Alltag ein – beispielsweise mit Yoga, Spaziergängen, Meditationen oder autogenem Training.
Hände in entspannender Yoga-Haltung

Fazit: Neurodermitis an den Händen ist sichtbar – aber muss dich nicht zeichnen

Dass sich deine Haut an den Händen schuppt oder entzündet ist, schmerzt dich im übertragenen Sinn sicher nicht nur körperlich. Nutze dein Wissen, wie du deine Neurodermitis an den Händen mit der richtigen Pflege, aber auch mit der richtigen Haltung positive Aufmerksamkeit schenkst – mit dem Ziel, dass es dir langfristig besser geht.

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