Neurodermitis auf der Kopfhaut: es juckt

Begegne Neurodermitis auf dem Kopf mit Köpfchen

30.05.2021
Lesedauer: 4 Min.

Lässt deine Neurodermitis Kopfhaut und Haaransatz spannen, weißt du dir vielleicht zunächst nicht zu helfen. Es juckt – und du kratzt. Auf der trockenen und gereizten Haut können sich auf diese Weise verstärkt Rötungen und Schuppen bilden. Das ist sehr unangenehm, auch weil die weißen Flöckchen deine Erkrankung auf den Schultern überhaupt erst sichtbar werden lassen. Glücklicherweise gibt es Strategien, die du anwenden kannst, um den Juckreiz in den Griff zu bekommen und deine Kopfhaut zu entspannen. Experimentiere ruhig ein wenig, welche Tipps bei dir gut funktionieren. Viele von ihnen können wirklich schnell Wirkung zeigen – lass uns gleich starten!

Wie entsteht Neurodermitis auf der Kopfhaut?

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, an der in Deutschland knapp vier Millionen Menschen leiden. Sie kann an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten – auch auf der Kopfhaut. Die Wissenschaft ist den Ursachen in ihrer Komplexität noch auf der Spur. Fest steht: Neurodermitis geht mit einer angeborenen Überempfindlichkeit und Störung der Hautbarriere einher – dafür steht auch der Fachbegriff atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis. Dein Immunsystem reagiert auf harmlose Stoffe mit Ausschlag und Juckreiz. Haarausfall tritt zum Glück nur in Ausnahmefällen auf. Fest steht: Neurodermitis-Haut ist anfälliger als gesunde – zusätzlich können auf der Kopfhaut durch die Haarfollikel reizende Stoffe eindringen. 

Tipp: Verzichte möglichst auf Kopfbedeckungen, denn Bakterien und Pilze schätzen das feuchtwarme Klima unter deiner Mütze und können Infektionen verursachen. 

So pflegst du deine Neurodermitis-Kopfhaut

Die Herausforderungen der Behandlung von Neurodermitis-Kopfhaut kennst du vielleicht schon aus eigener Erfahrung: Gegen den Juckreiz ancremen kannst du an dieser Stelle deines Körpers nicht. Es gibt aber wirkungsvolle Alternativen zur Pflege. Lass sie uns gemeinsam anschauen.

1. Unterscheidung: Habe ich Neurodermitis-Kopfhaut oder einfach Schuppen?

Wichtig ist, dass du dir sicher bist, ob du Neurodermitis auf der Kopfhaut hast – oder ein Schuppenproblem ohne Krankheitswert. Wenn du auch an anderen Stellen von Neurodermitis betroffen bist, liegt es nahe, dass sich die Hauterkrankung auch auf dem Kopf zeigt. Bist du unsicher, solltest du dich ärztlich untersuchen lassen. Die Diagnose ist wichtig, denn wählst du zur Behandlung deiner trockenen Neurodermitis-Kopfhaut Anti-Schuppen-Produkte gegen fettige Kopfhaut, kann sich dein Hautzustand und der Juckreiz weiter verschlimmern. 

Tipp: Wenn dir die weißen Spuren auf der Kleidung unangenehm sind, greife zu hellen Oberteilen – so fällt dein Schuppenproblem weniger auf.

Grafik, die Schuppen auf dunkler und heller Kleidung zeigt

2. Wie solltest du deine Haare mit Neurodermitis-Kopfhaut waschen?

Nach der Diagnose kannst du Juckreiz und Schuppenbildung gezielt lindern. Ein geeignetes Shampoo zur Behandlung von Neurodermitis auf der Kopfhaut zu finden, ist dabei der Schlüssel zu einer Verbesserung deiner Symptome. Dabei solltest du unterscheiden zwischen Produkten, die in symptomlosen Zeiten pflegen, und Shampoos, die in einer akuten Phase den Juckreiz nehmen. 

Tipp: Hast du ein verträgliches Produkt gefunden, bleibe nach Möglichkeit dabei – wenn du zu oft wechselst, belastet das deine trockene Kopfhaut unnötig.

Diese Eigenschaften sollte dein Pflegeshampoo haben:

  • feuchtigkeitsspendend
  • frei von reizenden Zusätzen wie Allergenen, Duftstoffen oder Emulgatoren
  • mit Polidocanol zur sofortigen Juckreizlinderung

Tipp: In Schubintervallen kannst du zur Behandlung ein Wirkshampoo mit entzündungshemmenden Eigenschaften verwenden. Dermatolog:innen raten, es nur zeitweise zu benutzen, da deine empfindliche Haut sonst möglicherweise mit Irritationen reagiert.

Frau unter der Dusche wäscht sich den Kopf

7 Tipps: Wie du deine Haare wäschst und dabei deine Neurodermitis-Kopfhaut pflegst

  1. Wasche deine Haare mit lauwarmem Wasser und möglichst nur alle zwei Tage statt jeden Tag – jeder Kontakt mit Wasser droht deine Kopfhaut weiter auszutrocknen.
  2. Deine Haut erfordert eine sanfte Behandlung. Vermeide mechanische Belastungen wie einen harten Wasserstrahl, das Trockenrubbeln der Haare mit dem Handtuch oder harte Borsten beim Bürsten.
  3.  Spüle zunächst deine Haare mit klarem Wasser aus: So beförderst du alte Schuppen von der Kopfhaut. Arbeitest du mit rückfettenden Substanzen, bleiben die womöglich bakteriell belasteten Schuppen sonst auf der Haut kleben.
  4. Lass dein Pflege- oder Wirkshampoo so lange einwirken wie vom Hersteller empfohlen.
  5. Gib nachfolgende Pflegeprodukte wie Conditioner und Kuren nur in die Haarlängen. Auch sie sollten möglichst frei von irritierenden Inhaltsstoffen und Allergenen sein.
  6. Achte darauf, dein Shampoo und nachfolgende Pflegeprodukte gut auszuspülen – Reste reizen die Haut. Verzichte auf Leave-in-Produkte, die im Haar bleiben (auch auf farbiges Ansatzspray) - außer natürlich, die Leave-in-Produkte sind gerade zu dem Zweck gemacht, deinen Juckreiz zu lindern und deine Haut zu beruhigen.
  7. Lass deine Haare lufttrocknen, denn Föhnhitze trocknet die Haut aus.

Kann ich meine Haare färben – trotz Neurodermitis auf der Kopfhaut?

Wenn du deine Haare tönst oder färbst, belasten die enthaltenen Chemikalien deine Haut. Pflanzenhaarfarben haben hingegen ein hohes Allergenpotenzial. Mit deiner Erkrankung solltest du Färben und Tönen also besser vermeiden. Kannst du dir nicht vorstellen darauf zu verzichten, solltest du die Verträglichkeit des Produktes an einer kleinen Stelle testen und außerdem eine symptomfreie Zeit abwarten. 

Tipp: Strähnen können mit minimalem Abstand zur Kopfhaut gefärbt werden und sind die schonendste Variante, um beispielsweise graue Haare zu kaschieren.

Grafik, die frau mit blau gefärbten Haaren zeigt

2 Hausmittel bei Neurodermitis auf der Kopfhaut

Gerade auf der Kopfhaut sind deine Pflegemöglichkeiten beschränkt. Wir haben Tipps für eine Behandlung in Eigenregie für dich. Finde hier heraus, wie du sie natürlich pflegen und dir bei Kratzattacken Linderung verschaffen kannst:

  1. Jojoba-Öl-Pflege: Mische Jojobaöl in dein Shampoo, zwei Teelöffel auf 200 ml Shampoo. Es glättet deine Haut und versorgt sie mit hochwertigen Fettsäuren.
  2. Apfelessig-Maske: Trage Apfelessig nach dem Waschen unverdünnt auf deine Kopfhaut auf, lasse ihn zehn Minuten einwirken und spüle ihn gründlich aus.

Passe deinen Lebensstil an

Betrifft Neurodermitis Kopfhaut und Nacken, kannst du mit einem achtsamen Lebensstil deine Beschwerden lindern. Hier findest du Inspirationen, wie du zu einem ausgeglichenen Alltag finden kannst – mit weniger Stress und gesünderen Gewohnheiten:

1. Ernährung: Iss möglichst viel Gemüse, vor allem grünes, und greife zu unverarbeiteten natürlichen Lebensmitteln. Meide Kaffee, Alkohol und scharfe Gewürze. Verzichte außerdem möglichst häufig auf Süßes und Weißmehlprodukte.

2. Stressmanagement: Sorge für innere Ausgeglichenheit. Yoga und Entspannungstechniken wie autogenes Training helfen dir dabei, in stressigen Phasen gelassen zu bleiben.

3. Kratz-Alternativen: Bevor du deine Fingernägel gegen den Juckreiz einsetzt, versuche es mit Kneten, Klopfen oder einer Kühlkompresse – so bleibt deine Haut intakt. Lenke dich außerdem ab, mit allem, was deine Aufmerksamkeit fordert und dir Spaß macht.

Fazit: Mit Shampoo und Hausmitteln verhinderst du Kratzattacken

Wenn dich Juckreiz und Schuppen schon zur Verzweiflung gebracht haben, kannst du jetzt aufatmen: Es gibt zahlreiche Strategien gegen die quälende Symptome – ein Hausmittel findest du vielleicht sogar in deiner Küche. Du kannst also aktiv werden und dein Wissen um die richtige Pflege bei Neurodermitis-Kopfhaut gleich anwenden. 

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