Fünf Tipps fürs Reisen mit Neurodermitis

​Ob Städtetrip oder Strandurlaub – deine optimale Reiseplanung mit Neurodermitis

19.07.2022
Lesedauer: 4 Min.

Ob Kurztrip oder ausgiebige Erholungswochen – das Reisen in ferne Länder und andere Klimazonen kann für Neurodermitis-Betroffene bei aller Vorfreude schnell zur nervlichen Zerreißprobe werden. Verändertes Klima, eventuell erhöhte Allergierisiken, ungewohntes Essen – das alles kann neue Schübe auslösen. Eine gute Reiseplanung ist daher das A und O. Damit deine langersehnte Auszeit für dich und deine Haut auch wirklich Erholung bringt, haben wir hier für dich unsere ultimativen Reisetipps zusammengefasst.

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1. Reisezeit & Reiseziel  

Deine Haut reagiert mit Neurodermitis besonders empfindlich auf Klimaveränderungen. Versuche daher, die Extremen besser zu vermeiden. Das gilt sowohl für sehr heiße als auch sehr kalte Gefilde. Ebenso verhält es sich mit der Luftfeuchtigkeit. Tropisches, feuchtes Klima ist ebenso eine Herausforderung für deine Haut, wie sehr trockene Luft. Zudem empfiehlt es sich, zum Beispiel antizyklisch zu verreisen, sprich, den heißen Süden während der Sommerzeit lieber zu vermeiden, dafür aber im milderen Frühjahr oder Herbst dorthin fahren. Skandinavien, frische Bergluft oder die milde Meeresluft der Nord- und Ostsee bieten sich hingehen im Sommer gut an. Dort herrschen nicht nur angenehmere Temperaturen, sondern besonders an der Küste auch weniger Pollenaktivität, was vor allem für Personen mit Allergien von Vorteil ist.

Vor Ort angekommen, warten oft neue Herausforderungen auf dich. Falls deine Haut erfahrungsgemäß empfindlich auf fremdes Waschmittel und Reinigungsmittel reagiert, solltest du, wenn möglich, deine eigene Bettwäsche einpacken, die du dann zum Beispiel im Hotel einfach drüber schlagen kannst. Oft gibt es auch das für dich verträgliche Waschmittel in einer praktischen Reisegröße, um zum Beispiel Handtücher vor Gebrauch unkompliziert einmal per Hand durchzuspülen. Falls es das Waschmittel nicht in einer Reisevariante gibt, fülle dir zu Hause einfach etwas ab. Solltest du die Möglichkeit haben, vor Ort eine Waschmaschine nutzen zu können, umso besser. Denk nur daran, ausreichend von deinem bewährten Waschmittel mitzunehmen.

Bei Unverträglichkeit auf bestimmte Reinigungsmittel, die mit deiner Haut zum Beispiel auf dem Toilettensitz oder in der Badewanne, direkt in Kontakt kommen könnten, empfiehlt es sich, praktische, zum Beispiel feuchte, Reinigungstücher und gegebenenfalls Desinfektionsmittel im Gepäck zu haben, die deine Haut verträgt. Auch ein gründliches Abspülen bzw. Abwischen mit Wasser vor Gebrauch kann schon helfen eventuelle Rückstände zu beseitigen. So kannst du dir vor Ort sicher sein, dass deine Haut nicht auch noch zusätzlichen Reizen ausgesetzt ist. 

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2. Die Pflege 

Die richtige Hautpflege ist bei Neurodermitis unerlässlich und extrem wichtig. Denke daher auch für deinen Urlaub daran, ausreichend Produkte deiner bewährten Pflegelinie mitzunehmen, damit sie dir im Urlaub nicht ausgeht und du auf alternative Produkte zurückgreifen musst.

Zudem ist es ratsam, je nach Klimazone noch eine angepasste Pflege mitzunehmen. Sollte die Luft in deinem Reiseziel sehr trocken sein, beispielsweise auch durch Klimaanlagen in Innenräumen, empfehlen wir dir, zusätzlich eine rückfettende Pflege mit ins Gepäck zu nehmen.

Bei Reisen in tropisches Klima verhält es sich andersherum. Hier bietet sich vor allem eine leichte Körpermilch an, um deine Haut nicht unnötig zu belasten. Auch ein Anti-Juckreiz-Konzentrat für den Akutfall ist ratsam. Solltest du im Urlaub auf mückenabweisende Mittel zurückgreifen, bedenke, dass diese deine geschädigte Haut reizen können. Trage das Mittel daher am besten erst an kleineren Hautpartien auf, um zu schauen, ob du es verträgst.

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3. Der Sonnenschutz 

Besonders bei Neurodermitis ist Sonnenschutz unerlässlich – und der sollte möglichst hoch sein! Durch die Neurodermitis ist deine Hautbarriere grundsätzlich gestört, wodurch UV-Strahlen besonders leicht auch in tiefere Hautschichten dringen und dauerhafte Hautschädigungen begünstigen können.

Um dies zu vermeiden, empfehlen wir dir, einen Lichtschutzfaktor SPF 50+ zu verwenden. Wähle deinen Sonnenschutz zudem je nach Verträglichkeit und Bedürfnis. Es gibt verschiedene Produkte, zum Beispiel mit mineralischen Filtern ohne Duftstoffe, in praktischer Reisegröße oder als unkompliziertes Spray

Zudem bietet Kleidung ebenfalls einen guten Basisschutz gegen UV-Strahlen. Natürliche Materialien wie Baumwolle oder Leinen fühlen sich angenehm auf der Haut an und sind atmungsaktiv. Dadurch kommt es zu weniger Schweiß und Hitzestau, was deine Neurodermitis triggern könnte. Ausführliche Informationen zum Thema „Sonne und Neurodermitis“ findest du außerdem hier.

4. Die Ernährung  

Andere Länder, anderes Essen – wir kennen es alle: Kaum im Urlaub, sind alle Vorsätze gesunder Ernährung beim Anblick der vielen Leckereien am Buffet schnell wieder vergessen. Wenn bei dir jedoch bestimmte Nahrungsmittelunverträglichkeiten bekannt sind, die verstärkt neue Neurodermitis-Schübe triggern, versuche auch im Urlaub so gut es geht auf den Verzehr dieser Produkte zu verzichten. Solltest du dir unsicher sein, ist es ratsam, lieber die Finger davon zu lassen, um kein Schub-Risiko einzugehen. Achte zudem darauf, ausreichend Wasser zu trinken, um den Feuchtigkeitsgehalt deiner Haut aufrecht zu erhalten. Falls du noch mehr Informationen zum Thema „Ernährung bei Neurodermitis“ brauchst, dann schau gerne auch hier. 

Denke zudem an deinen Allergieausweis und entsprechende Medikamente für den Ernstfall. Lass dich am besten in der Apotheke oder von deinem:deiner Arzt:Ärztin beraten, welche Mittel mit in deine Reiseapotheke sollten, auch falls es zu übermäßig starken Schüben kommen sollte. 

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5. Bloß keinen Stress 

Das gilt natürlich vor allem für den langersehnten Urlaub. Doch auch und vor allem vorher ist es hilfreich, frühzeitig mit der Reiseplanung zu beginnen. Informiere dich über die Bedingungen, die dich an deinem Reiseziel erwarten, um bestmöglich vorbereitet zu sein: Wie sind die Temperaturen? Ist das Klima eher trocken oder feucht? Welche Pollen fliegen gerade verstärkt? Wie planst du die Anreise und welche Besonderheiten bringt diese mit sich?  

Längere Reisen, vor allem mit dem Flugzeug bedeuten immer Stress für den Körper – ein Trigger für Neurodermitis. Auch das Kofferpacken und die Angst etwas zu vergessen, wird oft unterschätzt. Listen für die Reiseplanung können dir dabei helfen, nichts zu vergessen. Erledige anstehende Besorgungen am besten frühzeitig, um kurz vor dem Urlaub nicht in Zeitnot zu geraten.  

Wir hoffen, dass mit unseren Tipps einem entspannten Urlaub bei Neurodermitis nichts mehr im Wege steht. Zu guter Letzt bleibt uns daher nur noch ein wichtiger Rat: Entspann dich und tue, was dir guttut. Ob beim Sightseeing oder Faulenzen – lasse deine Seele baumeln, so kann auch deine Haut davon profitieren. Wir wünschen dir eine wunderschöne Reise! 

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