Neurodermitis-Symptome lindern

Was deine Haut braucht, um zur Ruhe zu kommen

02.07.2021
Lesedauer: 4 Min.

Wenn du über deine Haut streichst, spürst du wahrscheinlich, dass sie sehr trocken ist. Sie schuppt sich an manchen Stellen, ist gerötet. An schlechten Tagen fühlst du dich vielleicht sogar in ihr gefangen, diesem quälenden Juckreiz ausgeliefert. Deine Ekzeme sind manchmal von Kleidung bedeckt. Oft sind sie aber auch sichtbar, zum Beispiel im Gesicht, am Hals oder an den Händen. Würdest du dich dann am liebsten verstecken? Finde den Mut, deine Haut so anzunehmen wie sie ist und die Zuversicht, dass sie sich mit den richtigen Maßnahmen gut behandeln und verbessern lässt – wir helfen dir dabei. Mit deinen Beschwerden bist du nicht allein: Die Diagnose Neurodermitis betrifft fast 4 Millionen Menschen in Deutschland. Ob du gerade erst von deiner Erkrankung erfahren hast oder schon Expert:in bist: Hier erfährst du, wie du Hautausschläge wie Ekzeme und Neurodermitis-Bläschen und den Juckreiz ganzheitlich lindern und selbstbewusst zu deiner Hauterkrankung stehen kannst.

Überblick zu Neurodermitis-Symptomen und ihren Ursachen

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hauterkrankung, die in der Fachsprache als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet wird. Sie verläuft in Schüben. Das bedeutet: In Ruhezeiten können Betroffene nahezu symptomfrei sein, in akuten Stadien treten häufig bestimmte Hautveränderungen auf. Diese Symptome zählen dazu:

  • Trockene, schuppige und gerötete Hautstellen
  • Entzündliche Hautekzeme, die (vor allem bei Kindern) nässen können
  • Starker Juckreiz
  • Vergröberte Hautstruktur
  • Häufigere Hautinfektionen

Eine beginnende Neurodermitis geht häufig mit sehr trockener Haut einher, die nicht nur rau ist, sondern auch zu Entzündungen, Infektionen und Juckreiz neigt. Eingerissene Ohrläppchen oder Mundwinkel, seitlich ausgedünnte Augenbrauen und Schuppen an den Fingerkuppen können weitere Anzeichen sein. Wenn du ein oder mehrere dieser Symptome bei dir beobachtest, heißt das jedoch nicht unbedingt, dass es sich um Neurodermitis handelt.Suche bei deinem Verdacht daher unbedingt ärztlichen Rat, um eine klare Diagnose und die richtige Therapie für dich zu erhalten.

An welchen Stellen treten Symptome häufig auf?

  • Augen: Die dünne Hautpartie um die Augen ist trocken und schuppt sich. Bei etwa der Hälfte der Betroffenen deutet eine einfache oder doppelte Falte am unteren Augenlid (Dennie-Morgan-Falte) auf eine vererbte Allergie oder eine atopische Dermatitis hin.
  • Hand: Betroffene haben Ekzeme an Händen und Handgelenken. Häufig zeugen auch vertiefte Handlinien an den Handinnenflächen und Schuppen an den Fingerkuppen von einer Neurodermitis.
  • Gesicht: Besonders bei Babys und Kleinkindern, aber auch im Erwachsenenalter, zeigen sich die entzündlichen Hautveränderungen als Ekzeme im Gesicht.
  • Kopfhaut: Juckreiz und trockene Haut auf der Kopfhaut stellt dich vor Herausforderungen, denn cremen kannst du hier nicht – sorge für eine reizarme und reduzierte Haarpflege.
  • Fuß: Ekzeme an den Zehenkuppen können auch leicht mit Fußpilz verwechselt werden.
Infografik, die mit Neurodermitis betroffene Hautpartien nach Alter aufzeigt

Gut zu wissen: An welcher Stelle die Symptome auftreten, ist auch eine Frage des Lebensalters. Bei Babys zeigen sich entzündliche Hautveränderungen meist im Gesicht, oft an den Wagen sowie an Armen und Beinen. Im Alter von 3 bis 6 Jahren verlagern sich die Symptome eher auf Ellen- und Kniebeuge. Im späteren Alter und als Erwachsene können zusätzlich Gesicht-, Hand- und Fußbereich betroffen sein.

Welche Ursachen haben deine Neurodermitis-Symptome?

Die Ursachen, die zum Ausbruch der Erkrankung führen, sind komplex und noch nicht vollständig erforscht. Das Neurodermitis-Risiko ist auf einen angeborenen Defekt der Hautbarriere und ein überschießendes Immunsystem zurückzuführen. Die Hauterkrankung bricht aus, wenn Allergene die Haut reizen. Häufig gehen die Symptome mit starkem Juckreiz einher. Kennst du diesen Drang, dem quälenden Gefühl wortwörtlich etwas entgegenzusetzen? Doch so schwer es auch fällt: Lass dich möglichst nicht zu Kratzattacken hinreißen. Diese mechanischen Reize schädigen die ohnehin empfindliche und anfällige Haut – und schleusen Bakterien und Viren in deine Haut, die weitere Entzündungen hervorrufen können. Suche dir stattdessen eine für dich geeignete Therapie, um den Symptomen entgegenzuwirken.

Person, die eine Hautpartie kratzt

Was hilft am besten zur Behandlung von Neurodermitis?

In akuten entzündlichen Phasen solltest du eine ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen. Neben der klassischen Behandlung mit Cortison-Präparaten gibt es für Patient:innen mit mittelschweren bis schweren Symptomen eine neue Antikörper-Therapie, die Entzündungen in der Haut verhindern soll und zusätzlich Asthma- und Heuschnupfen-Beschwerden lindert. Zusätzlich kann dir in allen Stadien der Hauterkrankung die schrittweise Umstellung deines Lebensstils helfen. Wir haben drei Tipps, wie du deine Haut besser vor dem erneuten Auftreten von Symptomen schützen kannst. Sei dabei nicht zu streng mit dir und probiere aus, was dir gut tut.

1. Meide deine persönlichen Trigger von Neurodermitis-Symptomen

Wenn deine Erkrankung von einer Ruhephase in einen akuten Schub übergeht, kommen dafür bestimmte Auslöser in Frage. Wir empfehlen dir, die verschiedenen Lebensbereiche zu überprüfen: Welche Trigger können verantwortlich dafür sein, dass deine Haut reagiert?

  • Allergene wie Tierhaare, Duftstoffe, Nahrungsmittel
  • Stress
  • Rauchen
  • UV-Strahlen
  • Chemikalien oder Putzmittel
  • Reizende Textilien, zum Beispiel aus Wolle
  • Schweiß

2. Pflege deine Haut gewissenhaft

Wenn du unter atopischen Ekzemen, Neurodermitis-Bläschen und Juckreiz an den betroffenen Stellen leidest, ist die konsequente Pflege deiner Haut essenziell. Wie du bereits weißt, treten Symptome auf, weil die Hautbarriere gestört ist. Sie kann daher ihrer Schutzfunktion nicht nachkommen. Die wichtigste Maßnahme ist daher, deine empfindliche Haut konsequent mit allem zu versorgen, was sie braucht: Das sind insbesondere Fett und Feuchtigkeit, damit sie nicht austrocknet.

Frau cremt sich die Neurodermitis-Haut ein

Dabei kann dir eine konsequente Pflege helfen

  • Juckreiz zu lindern – vor allem, wenn du deine Pflegecreme leicht gekühlt aufträgst
  • die Haut vor Entzündungen zu bewahren 
  • der lederartigen Verdickung betroffener Regionen vorzubeugen
  • bei ärztlicher Behandlung möglicherweise deinen persönlichen Cortisonbedarf zu reduzieren (allerdings nur nach Absprache, sonst riskierst du einen Rückfall)

Achte auf diese Eigenschaften deiner Hautpflegeprodukte:

  • rückfettend
  • feuchtigkeitsbindend
  • minimale Anzahl an Inhaltsstoffen
  • ohne potenzielle Allergene wie Duftstoffe und Wollwachs

Gut zu wissen: Im Winter braucht deine Haut mehr Fett, im Sommer mehr Feuchtigkeit.

Tipp, wenn du ein neues Pflegeprodukt ausprobieren möchtest: Häufig treten Ekzeme seitengleich auf. Wenn du ein neues Pflegeprodukt testen möchtest, verwendest du eine Zeit lang auf einer Seite die gewohnte Creme und auf der anderen Seite das neue Produkt. So zeigt dir die Entwicklung deiner Symptome im Vergleich, welche Behandlung und Pflege das bessere Ergebnis erzielt oder verträglicher ist.

3. Ganzheitlich Neurodermitis-Symptome lindern

Du kannst viel dafür tun, dass deine Neurodermitis-Bläschen, Ekzeme und der Juckreiz zurückgehen oder längere Zeit nicht auftreten. Lass uns gemeinsam schauen, wie du ganzheitlich gut für dich und deine Haut sorgen kannst. Vielleicht musst du dafür liebgewonnene Gewohnheiten loslassen, aber es lohnt sich. Begrenze oder streiche beispielsweise schädliche Genussmittel wie Alkohol und Nikotin, sie verschlechtern die Durchblutung und Versorgung der Haut. Wenn du diese bisher für deine Entspannung brauchtest, suche nach neuen Aktivitäten, mit denen du Stress abbauen kannst: Yoga, Laufen, Stricken, Meditation – was immer dir Spaß macht. Ernähre dich außerdem hautfreundlich und entzündungshemmend. Das bedeutet: Meide Zucker und ein Übermaß an Kohlenhydraten. Eine ausgewogene Ernährung mit viel (grünem) Gemüse stärkt dein Immunsystem.

Fazit: Mit Pflege und kleinen Veränderungen kannst du deine Symptome lindern

Der Defekt deiner Hautbarriere ist angeboren. Doch du bist dem quälenden Juckreiz und dem Neurodermitis-Ausschlag nicht ausgeliefert: Du kannst selbst viel dafür tun, dich in deiner Haut und mit der Erkrankung wohler zu fühlen – mit einer konsequenten Pflege und achtsamen Lebensweise.

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