In der Haut der anderen

Ein Experiment

Neurodermitis ist nicht immer gleich: Die chronische Erkrankung ist zwar andauernd da, aber mal mehr und mal weniger spürbar und sichtbar. Grund dafür ist, dass es im Wechsel zu schubfreien und zu Schubphasen kommt.

Damit du in jeder Phase der Neurodermitis weißt, wie du dir und deiner Haut helfen kannst, erfährst du hier mehr über die verschiedenen Phasen und ihre Behandlung.

In jeder Phase der Neurodermitis gilt auch: Wenn der Leidensdruck hoch ist und deine Lebensqualität leidet, lass dich bei Bedarf auch psychologisch begleiten.

Übrigens: Unsere Tipps basieren auf einem Therapiemodell, das von Mediziner:innen wissenschaftlich erarbeitet wurde.1

1Wollenberg et al. Consensus-based European guidelines for treatment of atopic eczema (atopic dermatitis) in adults and children: part I. JEADV (2018). 32(5): 657–682.

Keine Schübe, sehr trockene Haut

Keine Schübe, ­Sehr trocke Haut?

Versorge deine Haut auch in den erscheinungsfreien Phasen regelmäßig. Mit der richtigen Pflege kannst du das Jucken bei trockener Haut lindern und den nächsten Schub hinauszögern, um ihm so ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen.

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Leichte Schübe, Juckreiz

Leichte Schübe, Juckreiz?

Auf erscheinungsfreie Phasen folgt in der Regel der nächste Schub – aber mit unterschiedlicher Ausprägung: Bei leichter Intensität geht’s vor allem darum, deine Haut zu beruhigen und die Entzündung zu mildern, damit sie nicht heftiger wird.

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Leichte Schübe, Juckreiz

Mittelschwere Schübe, Ekzeme?

Bei sichtbaren Ekzemen, wunder Haut und anhaltendem Juckreiz – kurzum einem Schub mit mittlerer Intensität – braucht deine Haut auch intensive Hilfe. Lass dich unbedingt ärztlich beraten, um die richtige Therapieform zu finden.

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Keine Schübe, sehr trockene Haut?

#hautstark

Mit Neurodermitis ist deine Haut häufig enorm trocken und empfindlich – auch in erscheinungsfreien Phasen. Das liegt daran, dass ihr wichtige Feuchthaltefaktoren und Hautfette fehlen. Auch die Hautflora aus Keimen und Bakterien ist nicht in einem gesunden Gleichgewicht. Dadurch ist deine Haut weniger gut geschützt und immer ein wenig in Alarmbereitschaft.

Tägliche Basistherapie

Das Wissen über deine Haut gibt dir die Möglichkeit, Strategien zu entwickeln, um sie möglichst lange vor einem erneuten Schub zu schützen. Eine wichtige Strategie ist die tägliche Pflege, die so genannte Basistherapie:

  • Durch die tägliche Pflege (morgens und abends) wird die gestörte Hautbarriere stabilisiert
  • Schübe können hinausgezögert, gemildert oder sogar verhindert werden
  • Eine Behandlung mit Medikamenten kann reduziert oder gar vermieden werden

Achte beim Kauf von Reinigungs- und Pflegeprodukten auf folgende Eigenschaften:
Seifenfrei (pH-neutral) | Rückfettend | Feuchtigkeitsspendend | Ohne Allergene

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Gut zu wissen

Inhaltsstoffe, die bei Neurodermitis hilfreich sind, sind zum Beispiel: Vaseline, flüssige Paraffine, Linolsäure, Panthenol, Pflanzenöle wie Arganöl, Avocadoöl, Feuchthaltemittel wie Glycerin, Hyaluron, Aloe Vera und bei intakter Haut Harnstoff (Urea). Bitte beachte, dass Harnstoff nicht für Säuglinge geeignet ist.

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Übrigens

Der ideale Zeitpunkt zum Auftragen von Cremes oder Lotionen ist nach der Dusche oder dem Bad auf der noch feuchten Haut. Dann zieht die Pflege am besten ein.

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Unser Tipp für dich

Um möglichst genau nachvollziehen zu können, wodurch ein Schub ausgelöst wurde, hilft ein Symptom-Tagebuch. So kannst du Triggerfaktoren identifizieren und möglichst vermeiden.

Leichte Schübe, Juckreiz?

#hautstark

Wenn deine Haut juckt, aber noch keine Ekzeme sichtbar sind, heißt das nicht, dass sie nicht entzündet ist. Diese unsichtbare, aber nachweisbare Entzündung nennt sich Mikroinflammation. Der anhaltende Juckreiz verleitet zum Kratzen, durchs Kratzen wird es dann noch schlimmer und durch kleine Risse wird deine Haut noch anfälliger für Keime und Bakterien. Ein Teufelskreis. Und den wollen wir zusammen mit dir durchbrechen.

Entzündungshemmende Pflege

Um die belastenden Begleiterscheinungen wie Juckreiz in Schach zu halten, müssen wir die Entzündung mildern. Einerseits, damit du deine Neurodermitis für einen Moment mal wieder vergessen kannst aber auch, um heftigeren Schüben vorzubeugen. Verwende hierfür nur dermatologisch wirksame Pflegeprodukte wie Feuchtigkeitscremes mit Aktivstoffen (auch bekannt als Emollienzien Plus):

  • Essentiell ist die entzündungshemmende Wirkung
  • Achte auf juckreizlindernde Inhaltsstoffe
  • Außerdem sollte die Pflege hochverträglich sein, um Allergien zu vermeiden

Achte beim Kauf zusätzlich auf folgende Eigenschaften:
Rückfettend | Feuchtigkeitsspendend | Regenerierend | Ohne Allergene | Ohne Konservierungsstoffe

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GUT ZU WISSEN

Wenn du pflanzliche Produkte bevorzugst, schau mal, ob sie auch pflanzliche Eiweiße enthalten: Bestimmte pflanzliche Proteine können Allergien auslösen.

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Übrigens

Wenn es heftig juckt, versuche dein Gehirn auszutricksen: Verhaltenspsychologen haben entdeckt, dass es helfen kann, an einem Gegenstand zu kratzen – das erlernte Bewegungsmuster reicht dem Gehirn anscheinend aus und deine Haut bleibt verschont.

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UNSER TIPP FÜR DICH

Je nach Intensität kann es auch in dieser Phase bereits ratsam sein, die Haut zeitweise mit mittelstarken kortisonhaltigen oder antiseptischen Salben zu behandeln. Hole dir hierfür unbedingt einen ärztlichen Rat.

Mittelschwere Schübe, Ekzeme?

#hautstark

Bei deutlichen Ekzemen und mitunter offenen Hautstellen, ist eine Therapie mit topischen Arzneimitteln ratsam. Zieh hierfür unbedingt ärztlichen Rat hinzu, um die für dich richtige Therapieform zu finden.

Tägliche Basistherapie

Um deine Haut so gut wie möglich zu versorgen, empfiehlt sich in dieser Phase der Neurodermitis eine Kombination aus verschreibungspflichtigen Cremes oder Salben und einer medizinischen Hautpflege. Zwei Arzneimittel haben sich dabei als „Mittel der Wahl“ erwiesen:

  • Kortisonhaltige Salben: Sie wirken effektiv und schnell auf den Juckreiz und reduzieren die Entzündungen.
  • Topische Calcineurinhemmer: Sie wirken entzündungshemmend und regulieren das Immunsystem.
  • Wenn du begleitend eine medizinische Hautpflege aufträgst, kannst du deine Haut zusätzlich versorgen und schützen.

Wenn du ein Arzneimittel und eine medizinische Pflege verwendest: Trage zuerst das Arzneimittel wie verordnet auf und dann das Medizinprodukt. Es wirkt dann wie ein Schutzpflaster auf der geschädigten Haut.

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Gut zu wissen

Während die medizinische Hautpflege langfristig angewendet werden kann, sollten topische Arzneimittel nur kurzfristig angewendet werden.

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Übrigens

Bei Bedarf findest du medizinische Hautpflegelösungen, die du direkt auf offene Stellen auftragen kannst.

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Unser Tipp für dich

Darüber hinaus gibt’s zusätzliche Therapiemöglichkeiten wie die Nasswickeltherapie, UV-Therapie oder Klima-Therapie – auch hierzu kann dich dein:e Dermatolog:in sicher gut beraten.

Mehr als 4 Millionen Menschen in Deutschland leben mit Neurodermitis. Vielleicht gehörst auch du dazu oder jemand aus deinem nächsten Umfeld?

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